{"id":11,"date":"2012-12-13T11:17:27","date_gmt":"2012-12-13T11:17:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.heroes-augsburg.de\/?page_id=11"},"modified":"2022-11-17T15:16:25","modified_gmt":"2022-11-17T15:16:25","slug":"konzept","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.heroes-augsburg.de\/?page_id=11","title":{"rendered":"Konzept"},"content":{"rendered":"<h1>Konzept<\/h1>\n<p>HEROES \u2013 F\u00fcr Gleichberechtigung und gegen Unterdr\u00fcckung im Namen der Ehre<\/p>\n<h2>1. Hintergrund<\/h2>\n<p>Das Leben in einer Gesellschaft mit unterschiedlichen Kulturen f\u00fchrt dazu, dass junge Heranwachsende mit Migrationshintergrund unterschiedlichen Erwartungen gen\u00fcgen m\u00fcssen. Im Widerspruch stehen auf der einen Seite Traditionen sowie kultureller und sozialer Hintergrund der Herkunftsfamilie und auf der anderen Seite die Anforderungen der deutschen Gesellschaft, in der sie leben. Auf diese Weise werden sie mit Gegens\u00e4tzen konfrontiert, welche es ihnen nicht leicht machen, sich mit Problemen wie z. B. Ausgrenzung oder Benachteiligung erfolgreich und ohne Aggressionen auseinanderzusetzen. Die jungen M\u00e4nner, die aus so genannten Ehrenkulturen stammen, sind meist diejenigen, die die Tradition und die Ehre der Familie fortf\u00fchren und besch\u00fctzen m\u00fcssen. Aufgrund von patriarchalen und kollektivistischen Strukturen sowie einem konservativem Rollenverst\u00e4ndniss, die in Ehrenkulturen teilweise noch stark verbreitet sind, werden die M\u00f6glichkeiten der freien Entwicklung ihrer Pers\u00f6nlichkeit und die Wahl eines selbstbestimmten Lebensentwurfs eingeschr\u00e4nkt. Patriarchalische Strukturen und Ehrvorstellungen dr\u00e4ngen M\u00e4dchen und Frauen in die Opferrolle und in schwache Positionen, was zu Kontrolle und Unterordnung bis hin zur Zwangsheirat f\u00fchren kann. Auch Jungen geraten durch diese Ehrvorstellungen unter Druck, was bei ihnen zu einer radikalen Durchsetzung der Ehrvorschriften f\u00fchrt. Die jungen Menschen haben meist nicht die M\u00f6glichkeit, die Lebensweise in ihrer Community zu hinterfragen.<br \/>\nDie Auswirkungen sind weitreichend und gesellschaftlich von Bedeutung: Sie beginnen bei einer strukturellen Ungleichheit der Geschlechter und reichen \u00fcber einen enormen Verhaltensdruck, der auf den Einzelnen lastet und zur Einschr\u00e4nkung der freien Selbstentfaltung des Einzelnen, insbesondere bei Frauen und M\u00e4dchen, f\u00fchrt. Mitunter gipfeln sie in Extremen wie Zwangsverheiratung und Ehrenmorden.<\/p>\n<p>Hier setzt das Projekt HEROES an. Durch die intensive Auseinandersetzung mit Themen wie Gleichberechtigung, Ehre, Menschenrechten oder M\u00e4nnlichkeit sollen junge M\u00e4nner dazu bef\u00e4higt werden, ihre eigene Position zu diesen Themen zu reflektieren und Stellung zu beziehen, bestehende Denkmuster in Frage zu stellen und sich von patriarchalischen Strukturen zu distanzieren.<\/p>\n<p>Das von der schwedischen K\u00f6nigin Silvia unterst\u00fctzte Projekt HEROES hat seinen Ursprung in Schweden und wird seit 2007 in Berlin-Neuk\u00f6lln durchgef\u00fchrt. Aufgrund des Erfolgs des Berliner Projekts wurde HEROES auch in mehreren deutschen St\u00e4dten installiert.<br \/>\nIn Augsburg betr\u00e4gt der Anteil von B\u00fcrger:innen mit Zuwanderungsgeschichte zur Zeit rund 47%. Darunter sind einige Menschen aus Gesellschaftsstrukturen, in denen Ehre einen gro\u00dfen Einfluss auf die pers\u00f6nliche Lebensgestaltung hat. Deshalb wird das Projekt seit 2012 auch in Augsburg durchgef\u00fchrt. Die BR\u00dcCKE wurde als Tr\u00e4ger des Projekts ausgew\u00e4hlt und erh\u00e4lt finanzielle Unterst\u00fctzung vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, f\u00fcr Sport und Integration (vormals Bayerisches Staatsministerium f\u00fcr Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen) sowie von der Stadt Augsburg.<\/p>\n<h2>2. Philosophie des Projekts<\/h2>\n<p><strong>Perspektivwechsel<\/strong><br \/>\nHEROES richtet seinen Fokus, im Gegensatz zur h\u00e4ufig einseitig-defizitorientierten Berichterstattung, auf Jugendliche mit Migrationshintergrund, die sich \u00f6ffentlich f\u00fcr etwas stark machen. Es werden nicht Unterschiede zwischen Deutschen und Zugewanderten bzw. die vermeintlichen Defizite von (Post-)Migranten in den Vordergrund ger\u00fcckt. Im Mittelpunkt stehen vielmehr die Jugendlichen \u2013 die eigentlichen \u201cHeroes\u201d. Sie sind diejenigen, die sich im Spannungsfeld von traditionellen, teilweise widerspr\u00fcchlichen Vorstellungen ihrer Herkunftsfamilie und Wertvorstellungen einer liberalen westlichen Gesellschaft befinden. Und trotzdem oder gerade deswegen finden sie die Kraft und den Mut, sich in der \u00d6ffentlichkeit f\u00fcr Gleichberechtigung und die universelle G\u00fcltigkeit von Menschenrechten einzusetzen.<\/p>\n<p><strong>Toleranz und Transparenz<\/strong><br \/>\nBeim Projekt HEROES geht es nicht darum, andere Religionen oder Kulturen schlecht zu machen oder die Jugendlichen ihrem Elternhaus zu entrei\u00dfen. Vielmehr steht der Gedanke im Vordergrund, unterschiedliche traditionelle und kulturspezifische Werte und Einstellungen mit westlichen Wertvorstellungen zu vereinbaren. Fester Bestandteil des Konzepts sind deshalb der Austausch mit den Eltern der Jugendlichen, um in sporadischen \u201cElternabenden\u201d Vorbehalte und \u00c4ngste abzubauen, sowie der Kontakt mit Netzwerkpartner:innen.<\/p>\n<h2>3. Zielgruppe<\/h2>\n<p>HEROES richtet sich an junge M\u00e4nner ab 15 Jahren, die ihre sozialen Wurzeln in Ehrenkulturen haben und die sich freiwillig, intensiv und regelm\u00e4\u00dfig mit Problemstellungen in und zwischen den Kulturen besch\u00e4ftigen m\u00f6chten. Folgende Voraussetzungen sind deshalb unabdingbar:<\/p>\n<p><strong>Motivation<\/strong><br \/>\nDie jungen M\u00e4nner absolvieren das komplette Training in ihrer Freizeit, deshalb ist eine Grundmotivation, d. h. der Wille und die Ausdauer, sich f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit mit den oben genannten Themen theoretisch wie praktisch auseinanderzusetzen, unverzichtbar.<\/p>\n<p><strong>Bezug zum Thema<\/strong><br \/>\nEine grundlegende Voraussetzung ist zudem, dass die Jugendlichen einen klaren Bezug zu den genanneten Problemstellungen aufweisen. Dies ist einerseits dadurch gegeben, dass sie ihre sozialen Wurzeln in Ehrenkulturen haben. Andererseits muss das Bewusstsein vorhanden sein, dass Spannungsfelder in ihrem Kulturkreis existieren, an denen sie etwas \u00e4ndern m\u00f6chten.<\/p>\n<p><strong>Offenheit<\/strong><br \/>\nLetztendlich sollen die jungen M\u00e4nner dem Projekt mit einer offenen Grundhaltung begegnen. Sie lernen, \u00fcber bestehende Strukturen nachzudenken, sie zu hinterfragen und ohne Vorbehalte mit anderen dar\u00fcber zu sprechen. Andere Meinungen werden grunds\u00e4tzlich respektiert, aber nicht kritiklos \u00fcbernommen.<\/p>\n<h2>4. Ziele<\/h2>\n<p>HEROES hat sich zum Ziel gesetzt, mit p\u00e4dagogischen und kreativen Methoden eine Ver\u00e4nderung bei den Jugendlichen und in ihrem Umfeld herbeizuf\u00fchren. Die Ver\u00e4nderungen beginnen bei jedem Einzelnen und werden dann im sozialen Umfeld sowie im gesellschaftlichen Mikrosystem (Schule, Vereine etc.) fortgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Im Training und in den Workshops soll der Gedanke eines gleichberechtigten und toleranten Miteinanders innerhalb und zwischen den Kulturkreisen gest\u00e4rkt werden. W\u00e4hrend ihrer Ausbildung besch\u00e4ftigen sich die jungen M\u00e4nner ausgiebig mit Themen wie Gewalt und Ehre, Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern oder Diskriminierung. Dadurch lernen sie, Frauen und M\u00e4dchen als gleichberechtigt zu akzeptieren, entwickeln eigenst\u00e4ndige Wertvorstellungen und k\u00f6nnen diese in der \u00d6ffentlichkeit vertreten. Es wird aufgezeigt, dass unterschiedliche Interpretationsm\u00f6glichkeiten des Ehrbegriffs m\u00f6glich sind. Anstatt im Namen der Ehre seine Mitmenschen zu kontrollieren, ist es m\u00f6glich, Ehre als Erfolg im Beruf oder als respektvollen und gleichwertigen Umgang mit Familie und Mitmenschen zu definieren. Letztendlich erlangen die jungen Menschen die St\u00e4rke und F\u00e4higkeit, die Grenzen, die die Ehrenkultur ihnen setzt, zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>Durch die Arbeit in Workshops \u00fcbernehmen die \u201cHeroes\u201d die Funktion von Rollenvorbildern, mit denen sich Gleichaltrige und J\u00fcngere identifizieren k\u00f6nnen. Die \u201cHeroes\u201d bieten Lebensmodelle f\u00fcr Jugendliche aus Ehrenkulturen, an denen diese sich orientieren k\u00f6nnen. Auf diese Weise erfahren sie, dass es m\u00f6glich ist, f\u00fcr Gleichberechtigung und Menschenrechte einzustehen, ohne dabei seine kulturellen Wurzeln verleugnen oder gar verlieren zu m\u00fcssen.<\/p>\n<h2>5. Team<\/h2>\n<p>Das HEROES-Team besteht aus zwei Gruppenleitern, einer Projektleiterin und einem Projektkoordinator. Beide Gruppenleiter besitzen selbst einen Migrationshintergrund mit \u00e4hnlichem Erfahrungshorizont wie die Jugendlichen. Als M\u00e4nner \u00fcbernehmen sie zudem eine Vorbildfunktion f\u00fcr die Jugendlichen, was es den Teilnehmern erleichtert, sich ihnen zu \u00f6ffnen.<br \/>\nBei der Projektleitung wurde bewusst darauf geachtet, dass eine Frau diese Funktion \u00fcbernimmt, um weibliche Sichtweisen in das Projekt einzubringen.<br \/>\nDer Projektkoordinator \u00fcbernimmt administrative und organisatorische Aufgaben.<\/p>\n<h2>6. Ablauf<\/h2>\n<p>HEROES arbeitet in zwei Stufen. Zum einen werden junge M\u00e4nner, die aus Ehrenkulturen stammen, zum \u201cHero\u201d ausgebildet, indem sie sich mit Themen wie Ehre, Gleichberechtigung oder Menschenrechten auseinandersetzen. Zum anderen sollen sie liberale und tolerante Wertvorstellungen durch Workshops an andere junge Menschen weitergegeben.<\/p>\n<p><strong>Training<\/strong><br \/>\nDas Training dauert zirka ein Jahr. Eckpfeiler sind die regelm\u00e4\u00dfigen w\u00f6chentlichen Gruppentreffen mit acht bis zehn jungen M\u00e4nnern, in denen die Auseinandersetzung mit relevanten und sensiblen Themen im Vordergrund steht.<\/p>\n<p>Um eine respektvolle, aber auch ungezwungene Arbeitsatmosph\u00e4re zu schaffen, beginnt der Trainingsprozess mit einer Phase des Kennenlernens und der Vertrauensbildung. Durch gemeinsame Unternehmungen wie Restaurant- oder Kinobesuche, Sport oder ein Begegnungswochenende auf einer H\u00fctte wird eine Beziehung zueinander hergestellt. Die Jugendlichen bauen so untereinander und zu den Gruppenleitern Vertrauen auf und lernen, dass sie in der Gruppe offen \u00fcber ihre Vorstellungen, Erfahrungen oder Ansichten sprechen k\u00f6nnen, ohne vorverurteilt oder blo\u00dfgestellt zu werden. Um dieses vertrauensvolle Verh\u00e4ltnis aufrechtzuerhalten sind auch im weiteren Verlauf gemeinsame Aktivit\u00e4ten ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung.<\/p>\n<p>Die inhaltliche wie organisatorische Gestaltung der Sitzungen ist flexibel und richtet sich auch nach den Bed\u00fcrfnissen der Teilnehmer. Um eine gewisse Struktur zu gew\u00e4hrleisten, finden die Gruppenstunden an festen Tagen statt, k\u00f6nnen aber bei Bedarf auch variiert werden, sodass m\u00f6glichst alle regelm\u00e4\u00dfig teilnehmen k\u00f6nnen. Die jungen M\u00e4nner sind angehalten, sich aktiv einzubringen. Das bedeutet auch, dass neben den vorgegebenen Themen eigene Probleme oder Ansichten in der Gruppe besprochen werden k\u00f6nnen. Die Gruppenleiter sind zudem stets offen f\u00fcr Anregungen und Ideen der Jugendlichen.<\/p>\n<p>Das Training an sich besteht aus der Diskussion von Grundlagenthemen. Die Methoden dabei sind \u2013 genau wie die Themen selbst \u2013 \u00e4u\u00dferst vielf\u00e4ltig und abwechslungsreich. Dahinter steht die Idee, das Interesse und Engagement der jungen Teilnehmer durch eine lebhafte wie anschauliche Gestaltung stets aufrechtzuerhalten. Trotz aller Variation haben alle Gruppensitzungen eines gemeinsam: Den jungen M\u00e4nnern soll nicht eine vorgefertigte Meinung pr\u00e4sentiert werden, die sie vorbehaltlos \u00fcbernehmen. Vielmehr steht der Gedanke im Vordergrund, einen Denkprozess dadurch anzusto\u00dfen, dass Inhalte erlebt werden. Die jungen M\u00e4nner diskutieren intensiv, ohne Zw\u00e4nge und offen auf unterschiedlichste Arten, reflektieren gemeinsam und hinterfragen schwierige Themen. Nur so ist gew\u00e4hrleistet, dass ein (Um-)Denken angeregt wird, sich ihre (neugewonnen) Einstellungen festigen und diese \u00fcberzeugend weitergeben werden k\u00f6nnen. Als Methoden w\u00e4hrend des Trainings kommen u. a. Gruppengespr\u00e4che und -\u00fcbungen sowie die Anwendung verschiedener moderner Medien wie Film, Musik oder Internet zum Einsatz. Gemeinsam mit den Gruppenleitern h\u00f6ren die Jungen Vortr\u00e4ge von geladenen Referenten und besuchen thematische Veranstaltungen und Ausstellungen. Durch theaterp\u00e4dagogische \u00dcbungen setzen sie sich intensiv mit der Thematik auseinander und erlernen zugleich Pr\u00e4sentationsmethoden, Argumentation und szenisches Rollenspiel als Vorbereitung auf ihre Workshops.<\/p>\n<p>In den Gruppensitzungen besch\u00e4ftigen sich die jungen M\u00e4nner u. a. mit folgenden Inhalten und Problemstellungen: kulturspezifische Ehrvorstellungen, (strukturelle) Benachteiligung von M\u00e4dchen und Frauen, Diskriminierung und Rassismus, Identit\u00e4tsfindung bei Heranwachsenden, gesellschaftliche Strukturen in Ehrenkulturen, Menschenrechte, Geschlechterrollen u. v. m. Aktuellen (politischen) Themen oder eigenen Belangen der Jugendlichen wird ebenfalls Raum gegeben, um sich dar\u00fcber auszutauschen.<\/p>\n<p>Gegen Ende der Trainingsphase findet, wenn m\u00f6glich, eine gemeinsame Abschlussfahrt statt. Die jungen M\u00e4nner werden auf diese Weise f\u00fcr ihren Einsatz belohnt. Zus\u00e4tzlich dient die Unternehmung zur Vorbereitung der darauffolgenden Workshops.<\/p>\n<p>Den Abschluss des Trainings bildet die \u00dcberreichung des HEROES-Zertifikats. Jeder \u201cHero\u201d erh\u00e4lt im Beisein der Eltern in einer feierlichen Zeremonie sein Abschlusszertifikat.<\/p>\n<p><strong>Workshops<\/strong><br \/>\nDas HEROES-Zertifikat bef\u00e4higt den \u201cHero\u201d, Workshops abzuhalten. Nach Abschluss der Ausbildung gehen die \u201cHeroes\u201d an Schulen, Jugendzentren oder andere Einrichtungen und f\u00fchren dort mit den jungen Menschen (weiblich und m\u00e4nnlich) Workshops zum Thema \u201cUnterdr\u00fcckung im Namen der Ehre\u201d durch.<\/p>\n<p>Im Beisein eines Gruppenleiters werden von zwei \u201cHeroes\u201d mithilfe unterschiedlicher Methoden, wie Kurzfilme, Bilder oder interaktiver Rollenspiele Konfliktsituationen in Ehrenkulturen dargestellt. Dabei werden die Workshops von den \u201cHeroes\u201d selbst durchgef\u00fchrt. Der Gruppenleiter bleibt im Hintergrund. Er ist als Ansprechpartner dabei, um offene Fragen zu kl\u00e4ren oder bei Unklarheiten weiterzuhelfen.<\/p>\n<p>Der gleiche methodische Ansatz wie in der HEROES-Ausbildung findet auch in den Workshops seine Anwendung: Die Teilnehmenden sollen durch verschiedene, lebensnahe Beitr\u00e4ge zum Diskutieren angeregt werden. Durch Einbezug in das Rollenspiel und gezielte Fragestellungen der \u201cHeroes\u201d setzen sich die jungen Menschen mit dem Gesehenen auseinander, f\u00fchlen mit und hinterfragen Handlungsweisen. Im Gruppengespr\u00e4ch werden gemeinsam Alternativen aufgezeigt und L\u00f6sungsans\u00e4tze entwickelt. Auf diese Weise soll bei den jungen Teilnehmenden ein Denkprozess angesto\u00dfen werden.<\/p>\n<p>Die grundlegende Idee dahinter ist die der Peer-Education: Junge Menschen lernen von Gleichaltrigen mit gleichem oder \u00e4hnlichem Erfahrungshorizont. Die \u201cHeroes\u201d dienen den J\u00fcngeren als Rollenvorbilder und \u00fcbernehmen so die Funktion von Multiplikatoren.<\/p>\n<h2>7. Verankerung vor Ort<\/h2>\n<p>HEROES ist auf lokaler Ebene aktiv. Darum ist der Austausch mit unterschiedlichen Netzwerkpartner*innen wie Vereinen oder sozial engagierten Personen von gro\u00dfer Bedeutung. Der Austausch untereinander\u00a0wird durch einen Projektbeirat, der in regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden tagt, gesichert. Das Projekt geht mit seinem Anliegen auch in die \u00d6ffentlichkeit und bezieht zu relevanten Themen Stellung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Konzept HEROES \u2013 F\u00fcr Gleichberechtigung und gegen Unterdr\u00fcckung im Namen der Ehre 1. Hintergrund Das Leben in einer Gesellschaft mit unterschiedlichen Kulturen f\u00fchrt dazu, dass junge Heranwachsende mit Migrationshintergrund unterschiedlichen Erwartungen gen\u00fcgen m\u00fcssen. 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